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ÜBER IM LABOR GEZÜCHTETE DIAMANTEN

Im Labor gezüchtete Diamanten, auch bekannt als im Labor geschaffene Diamanten, gezüchtete Diamanten, oberirdische Diamanten oder von Menschenhand geschaffene Diamanten, sind Diamanten, die in einem Labor gezüchtet werden und die Art und Weise nachahmen, wie natürliche Diamanten unter der Erdoberfläche entstehen.
Im Labor gezüchtete Diamanten wurden erstmals Mitte der 1950-er Jahre von General Electric hergestellt. Diese Diamanten waren grob, körnig, von geringer optischer Qualität und zunächst nur für unterschiedliche industrielle Anwendungen gedacht. Seitdem können wir jedoch dank der erstaunlichen Fortschritte in den Verfahren HPHT (High-Pressure High-Temperature) und CVD (Chemical Vapour Deposition) heute feinste Steine in Edelsteinqualität züchten, die sich hervorragend für besondere Anlässe eignen.

Allerdings ist der Prozess alles andere als einfach und die Verfahren sind sehr teuer.

Wie werden die Diamanten also gezüchtet? Genau wie ein Großteil der organischen Erzeugnisse unseres täglichen Lebens, beginnen beide Methoden, CVD und HPHT, mit einem Diamantsamen. Diese Samen werden extremen Bedingungen in einer hochkontrollierten Umgebung ausgesetzt, die die Bedingungen unter der Erdkruste exakt nachahmt. Das Endergebnis ist ein Stein, der dieselben chemischen Eigenschaften und Qualitäten aufweist wie jeder abgebaute Diamant, der unter der Erde gefunden wird.

Die erste Methode, HPHT (Hoher Druck, hohe Temperatur), findet in einer kleinen Kapsel statt, die in der Lage ist, extrem hohen Temperaturen standzuhalten, wobei von allen Seiten hoher Druck ausgeübt wird, ähnlich dem Druck, der unter der Erdoberfläche herrscht. Ausgehend von einem Kristallsamen wird eine organische Substanz aus reinem Kohlenstoff durch geschmolzenes Metall getropft, so dass sie sich mit dem Kristall verbindet. Dieser wächst dann allmählich zu einem groben, kubisch-oktaederförmigen Stein heran.

Bei der CVD-Methode (chemische Abscheidung aus der Dampfphase) beginnt der Diamant auf einer Keimplatte und wächst langsam aus einem kohlenstoffreichen Gas. Eine Energiequelle, ähnlich wie ein Mikrowellenstrahl, wird mit hoher Energie durch die plasmaartige Gaswolke geschickt. Dadurch werden die Moleküle aufgebrochen, wodurch die Kohlenstoffatome sich lösen und auf die Keimplatte fallen. Dann beginnt die Kristallisation, die sich über mehrere Wochen hinzieht. Die Rohsteine wachsen und weisen eine flache, tafelförmige Form mit dunklen Graphiträndern auf.

Der Prozess der Herstellung eines Diamanten im Labor ist den natürlich vorkommenden Phänomenen auf der Erde so ähnlich, dass, genau wie bei den in der Erde abgebauten Diamanten, keine zwei im Labor hergestellten Diamanten gleich sind. Sie enthalten genauso wahrscheinlich natürlich vorkommende Einschlüsse und Unvollkommenheiten wie Diamanten, die unter der Erde entstanden sind. Aus diesem Grund folgt die Einstufung von im Labor gezüchteten Diamanten genau denselben Kriterien wie die von abgebauten Diamanten - den 4Cs.

KARAT (CARAT): Gewicht eines Diamanten

Wie natürliche Diamanten schwanken auch im Labor gezüchtete Diamanten in ihrer Größe (Karatgewicht). Auch dies liegt vor allem an den ähnlichen Bedingungen, unter denen die Labordiamanten entstehen und leider auch daran, dass es genauso schwierig ist, große Diamanten in einem Labor zu erzeugen, wie welche in der Natur zu finden.

FARBE (COLOUR) & REINHEIT (CLARITY)

Bei der Farbe ist die Bandbreite bei im Labor gezüchteten Steinen genauso groß und vielfältig wie bei geförderten: von D bis M, von Champagner bis Braun, Gelb, Blau usw. Und was die Reinheit betrifft, so kann man in einem im Labor gezüchteten Stein alle Arten von Einschlüssen finden, die Diamantenexperten, Juweliere und Diamantenhändler seit Jahrhunderten von in der Erde geförderten Diamanten gewohnt sind.

SCHLIFF (CUT)

Jeder einzelne im Labor gezüchtete Stein muss noch in die perfekte Diamantform geschliffen werden. Es ist der Schliff, den wir alle so gut kennen, der stets nach Perfektion und Symmetrie beurteilt wird, egal ob der Diamant aus dem Labor stammt oder abgebaut wurde.

Im Gegensatz zu billigen Nachahmungen von Diamanten haben im Labor gezüchtete Diamanten genau das gleiche Funkeln, Blitzen, Feuer und die gleiche Brillanz wie abgebaute Diamanten. Der einzige deutliche Unterschied zwischen geförderten Diamanten und künstlich hergestellten Diamanten ist die Herkunft des Diamanten. Selbst die erfahrensten Diamantenexperten können den Unterschied zwischen im Labor gezüchteten Diamanten und geförderten Diamanten nicht erkennen.

Eine sehr wichtige Sache, die man über Diamanten im Allgemeinen wissen und sich merken sollte, ist, wo der wirkliche Wert eines Diamanten liegt, unabhängig davon, ob er abgebaut oder im Labor gewachsen ist. Die meisten Menschen glauben fest daran, dass geförderte Diamanten extrem selten sind. Dies ist jedoch nicht der Fall. Tatsächlich gibt es eine solche Fülle von in der Erde abgebauten Diamanten, dass sie in den späten 1880-er Jahren im Wesentlichen als Halbedelstein angesehen wurden, der dem heutigen Türkis oder Topas entspricht.

Das damalige Überangebot führte sogar dazu, dass ein paar sehr reiche und mächtige Personen eine riesige Monopolisierung der gesamten Diamantenindustrie betrieben; eine Preisabsprache, die als "das erfolgreichste Kartellabkommen in den Annalen des modernen Handels" bezeichnet wurde (The Atlantic, Februar 1982).

Es ist erwähnenswert, dass der Abbau eines Diamantenvorkommens zwar kein billiges Unterfangen ist, besonders wenn man bedenkt, wie viel Erde ausgegraben werden muss, um sie zu gewinnen, aber die Kosten für die Produktion eines Karats eines in der Erde abgebauten Diamanten (vom Abbau bis zu einem "Rohdiamanten") sind in der Tat ungefähr gleich hoch wie die Kosten für die Produktion eines im Labor gezüchteten Diamanten (vom Samen bis zum "Rohdiamanten").

Ein enorm wichtiger Aspekt des Wertes eines Diamanten liegt im Produktionsprozess nach der Züchtung. Dieser Prozess, der mit der Entdeckung oder dem Wachstum eines Rohsteins beginnt, beinhaltet die Auswahl, das Sortieren, das Schleifen, das Polieren, das Bewerten und die Zertifizierung/Laserbeschriftung des Steins. Dies ist das, was wir als den Abschnitt "Rough to Retail" im Leben des Diamanten bezeichnen. Dieser Prozess wird sowohl für im Labor gezüchtete Diamanten als auch für geförderte Diamanten auf genau dieselbe Weise durchgeführt, wobei ein gleich hoher Grad an Sorgfalt und Verarbeitungsqualität angewandt wird und große Aufmerksamkeit auf Details gelegt wird. Alle Bewertungen und Zertifizierungen, die an im Labor gezüchteten Diamanten vorgenommen werden, unterliegen den gleichen strengen Standards wie die Bewertung und Zertifizierung von geförderten Steinen. Jeder Stein wird einzigartig behandelt und individuell bewertet.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)