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Was steckt hinter den Diamanten aus dem Labor?

Im Labor gezüchtete Diamanten sind eine großartige Erfindung, die es uns Menschen ermöglicht hat, Diamanten ohne ethische Belastungen zu erhalten. Diamanten aus dem Labor sind nicht nur ethisch sauber, sondern auch um einiges billiger als natürlich gewachsene Diamanten. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Erfindung? Wie werden Diamanten im Labor gezüchtet und was macht sie so besonders? Das Geheimnis der Diamanten aus dem Labor liegt in ihrer Herkunft.
Diamanten im Labor werden aus Kohlenstoff hergestellt, der in einem Reaktor unter hohem Druck und hoher Temperatur zu Diamanten kristallisiert.

Die erste Methode ist CVD (Chemical Vapour Deposition), bei der der Diamant in einer Hochtemperatur-Kammer aus Gasen entsteht. Zunächst wird ein kleiner Kristallsamen in die Kammer gegeben, wo er sich in einem Plasma - einer Art Ionengas - befindet. Dann werden geeignete Gasarten zugegeben, um den Diamanten über mehrere Wochen aufzubauen. Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass es uns Menschen ermöglicht, Diamanten ohne jegliche Umweltschäden oder soziale Ungerechtigkeiten zu erzeugen. Diamanten aus dem Labor sind absolut rein und unterliegen keinen der negativen Aspekte, die mit natürlich gewonnenen Diamanten verbunden sind.

Die zweite Methode, HPHT (Hoher Druck, hohe Temperatur), findet in einer kleinen Kapsel statt, die in der Lage ist, extrem hohen Temperaturen standzuhalten, wobei von allen Seiten hoher Druck ausgeübt wird - ähnlich dem Druck der unter der Erdoberfläche herrscht. Durch entsteht allmählich ein roher, kubisch-oktaederförmiger Stein.

Der erste Versuch, einen künstlichen Diamanten zu produzieren, wurde bereits 1879 von Henri Moissan durchgeführt. Er verwendete dazu einen elektrischen Ofen und graphitisches Kohlenstoffpulver als Ausgangsmaterial. Damals war es jedoch noch nicht möglich, aus diesem Material einen echten Diamanten zu erzeugen. Erst im Jahr 1955 gelang es den Wissenschaftlern von General Electric, den ersten künstlichen Diamanten zu produzieren. Seitdem konnten die Verfahren zur Herstellung künstlicher Diamanten stetig weiterentwickelt werden und sind heute in der Lage, feinste Steine in Edelsteinqualität herzustellen.

Die moderne Technik ermöglicht es uns, Diamanten unter kontrollierten Bedingungen zu züchten. Wie viele andere organische Erzeugnisse unseres täglichen Lebens, beginnen beide Methoden, CVD und HPHT, mit einem Diamantsamen. Diese Samen werden extremen Bedingungen in einer hochkontrollierten Umgebung ausgesetzt, die die Bedingungen unter der Erdkruste nachahmt. Das Endergebnis ist, dass genau wie bei den unterirdisch abgebauten Diamanten, keine zwei im Labor hergestellten Diamanten gleich sind. Auch sie enthalten daher Einschlüsse und Unvollkommenheiten wie “natürliche” Diamanten. Aus diesem Grund folgen die Einstufungen von im Labor gezüchteten Diamanten denselben Kriterien wie die von abgebauten Diamanten - den 4Cs.

KARAT (CARAT) Wie viel wiegt der Diamant?

Diamanten, die in einem Labor gezüchtet werden, variieren genauso wie “echte” Diamanten in ihrer Größe. Dies liegt vor allem an den ähnlichen Bedingungen, unter denen die Labordiamanten entstehen - und leider auch daran, dass es genauso schwierig ist, sehr große Diamanten in einem Labor zu erzeugen wie in der Natur.s

Colour (COLOUR) & Clarity (CLARITY) Wie ist der Diamant beschaffen?

Bei synthetischen Diamanten sind die Farben genauso vielfältig wie bei geförderten Diamanten. Von Gelb über Champagner bis hin zu braunen Diamanten, das Farbspektrum ist nahezu endlos. Die Reinheit der Diamanten ist einzigartig und die Einschlüsse sind so individuell und strukturreich wie bei den Diamanten, welche man seit hunderten von Jahren in der Erde findet.

SCHLIFF (CUT) Wie symmetrisch ist der Diamant?

Nachdem der Diamant im Labor gezüchtet wurde, muss er in die perfekte Diamantform geschliffen werden. Die Symmetrie und Perfektion des Schliffs wird bei jedem Diamanten, ob aus dem Labor oder abgebaut, genau unter die Lupe genommen. Doch nicht nur der Schliff ist gleich, auch das Funkeln, Blitzen und das enthaltene Feuer sind bei im Labor gezüchteten Diamanten identisch mit den geförderten Diamanten. Selbst Experten können den Unterschied kaum erkennen. Der einzige offensichtliche Unterschied ist die Herkunft des Steins.

Wussten Sie schon, dass Diamanten früher eigentlich gar nicht so viel Wert waren? Zu Beginn der industriellen Revolution wurden sie sogar als Halbedelsteine angesehen. Doch das änderte sich, als einige wenige, sehr reiche und mächtige Personen die gesamte Diamantenindustrie an sich rissen und so den Preis in die Höhe trieben. Heute gilt der Diamant als eines der kostbarsten Schmuckstücke - doch ohne diese gewieften Geschäftsmänner hätten wir ihn vermutlich gar nicht in diesem Licht betrachtet.

Der Wert eines Diamanten ist nicht nur von seiner Züchtung abhängig, sondern auch von dem Produktionsprozess danach. Dieser fängt mit der Entdeckung oder dem Wachstum eines Rohsteins an und beinhaltet die Auswahl, das Sortieren, das Schleifen, das Polieren, das Bewerten und die Zertifizierung/Laserbeschriftung des Steins. Kurz gesagt: Alles was wir als den Abschnitt "Rough to Retail", frei übersetzt: "Vom Rohmaterial zum Einzelhandel" im Leben des Diamanten bezeichnen.

Diamanten, die im Labor oder in der Natur gefunden werden, unterliegen bei der Bewertung und Zertifizierung den gleichen strengen Standards. Jeder Stein wird einzigartig behandelt und individuell bewertet.

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